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09.05.2013: Öko-Radtour zur „Grünen Mitte“ – Der Natur auf der Spur

Ein unscheinbarer Streifen an einem Bahngleis als wichtiger Lebensraum für Zauneidechsen? Die rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen Ökoradtour waren überrascht, als ihnen Rudolf Averkamp (NABU) die ökologische Bedeutung dieser Fläche erläuterte. Schon an dieser ersten Zwischenstation der entwickelten sich interessante Fachgespräche. Die Zauneidechse legt keine Eier ab, sondern gebiert lebende Nachkommen und benötigt daher freie sonnige Flächen. Einige Teilnehmer machten sich auf die Suche nach diesen Tieren und tatsächlich konnte ein Exemplar gefunden werden.

Nach einer kleinen Stärkung in geselliger Runde erläuterte der Naturschutzexperte Averkamp das Konzept und bisherige Entwicklung der „Grünen Mitte“  mit der neu gestalteten Heidelandschaft und den Artenschutzhäusern im jetzigen Gewerbepark NordWestfalen. Durch die unterschiedliche Ausgestaltung der beiden Gebäude wurde der Gruppe deutlich, dass hier die hiesigen Naturschützer neue Wege im Artenschutz begehen. Bei diesen Gebäuden handelt es sich um ehemalige Kompaniehäuser. Diese wurden entkernt um  künftig, Fledermäusen, Gartenrotschwänzen, Kreuzkröten, Zauneidechsen und anderen Tieren als Lebensraum zu dienen. In den angelegten Wasserbecken fanden sich, Kaulquappen und Molche die auf großes Interesse vor allem der jüngeren Teilnehmer stießen. Deutlich wurde auch, dass ein solches Projekt nur durch die Zusammenarbeit von ehrenamtlichen Umweltfreunden mit den zuständigen Behörden und öffentlichen Einrichtungen wie dem Naturschutzzentrum gestemmt werden kann. Auch von Seiten des IBP e.V. wird in der „grünen Mitte“ wertvolle Arbeit geleistet.

Bei der abschließenden Besichtigung einer nahegelegenen Biogasanlage wurde zunächst die Besuchergruppe gewogen: Über zwei Tonnen „Grünfleisch“ stellte der Mitbetreiber Michael Rawert Messing mit Blick auf die digitale Anzeige als Messergebnis fest.  Diese Anlage, so erläuterte der Landwirt daraufhin, werde mit ca. 40 Tonnen Mais und 20 Tonnen Gülle „gefüttert“. Am Ende des Prozesses entsteht Energie, die als Strom in das öffentliche Netz eingespeist wird. Zudem aber auch Gas für ein örtliches Industrieunternehmen sowie Wärme für angrenzende Unternehmen. Diese Biogasanlage ist somit ein integraler Bestandteil der örtlichen Wertschöpfungskette. „Wir haben hier viel Geld investiert, das in den nächsten 20 Jahren an die Bank zurückgezahlt werden muss, deshalb brauchen wir eine zuverlässige Politik“ machte Rawert-Messing abschließend deutlich. Die „Zickzack-Politik“ der derzeitigen Wirtschafts- und Umweltminister sei da nicht sehr vertrauensbildend.

Mit vielen neuen und interessanten Eindrücken machten sich die Radfahrer gegen 18.00 Uhr auf den Rückweg nach Coesfeld. 

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